Entwicklung der Informationstechnologie

Historische Entwicklung

Industriehaftungsrecht und Industrieversicherungsrecht nehmen eine rasante Entwicklung. Nach der ersten technischen Revolution Mitte des 19.Jahrhunderts haben uns zunächst Automatisierungen der Prozessabläufe in der Industrie erreicht; sie erreichen heute den Entwicklungsstand des Internet of Things (IoT), die Industrie 4.0.

Manche Aufgabe, die das Dreh- oder Stanzteil erledigt hat, übernimmt jetzt ein Prozessor oder ein Surface Mounted Device (SMD). 

 

Industrietechnik ist damit zunehmend weniger der Zahnradantrieb falscher Viskosität oder das konisch abgedrehte Drehteil, sondern sind die elektronisch über Prozessoren, Transistoren oder Kondensatoren gesteuerten Sensor- und Aktor-Aktivitäten eines elektromechanischen Antriebs. Nicht nur OEMs haben umgedacht, auch deren Zulieferer und Kunden müssen diesen Weg gehen.

 

Die erste Industrielle Revolution

 

Ursprung und Auslöser

 

Die Industrielle Revolution begann Ende des 18. Jahrhunderts in England und breitete sich im Laufe des 19. Jahrhunderts nach Kontinentaleuropa und Nordamerika aus. England war aufgrund seiner reichen Kohle- und Eisenlagerstätten, seiner Kolonialhandelsbeziehungen und seiner vergleichsweise stabilen politischen Verhältnisse der ideale Ausgangspunkt.

 

Der mechanische Webstuhl

 

Eine Schlüsselerfindung war der mechanische Webstuhl (z. B. von Edmund Cartwright ab 1785 entwickelt). Er ersetzte die bisherige Handarbeit der Weber und machte es möglich, große Mengen an Stoffen in gleichbleibender Qualität zu produzieren.

Der Webstuhl wurde durch Wasserkraft oder später Dampfmaschinen angetrieben.

Bewegungen, die der Weber früher mit Händen und Füßen steuerte, wurden nun mechanisch ausgeführt.

Die Steuerung der Fäden und Muster erfolgte zunehmend automatisch, was die Produktivität enorm steigerte.

 

Technische Grundlagen

 

Die Technik beruhte auf der Kombination mehrerer mechanischer Elemente:

 

Kraftquelle: Zunächst Wasserräder, ab Anfang des 19. Jahrhunderts vor allem James Watts verbesserte Dampfmaschine.

 

Transmissionssysteme: Zahnräder, Riemen und Wellen übertrugen die Kraft auf den Webstuhl.

 

Automatisierte Bewegungen: Schützen, die den Faden durch das Kettgewebe warfen, liefen nun von selbst; das Heben und Senken der Kettfäden erfolgte über Exzenter und Hebel.

 

Besonders bahnbrechend war später das Jacquard-Webverfahren (1805 von Joseph-Marie Jacquard entwickelt), bei dem gelochte Karten die Mustersteuerung ermöglichten – ein früher Vorläufer der Lochkartensteuerung in der Informationstechnologie.

 

Gesellschaftliche Folgen

 

Die Einführung des mechanischen Webstuhls war mehr als eine technische Neuerung – sie revolutionierte die Gesellschaft:

 

Produktivität: Textilien wurden billiger und für breitere Bevölkerungsschichten erschwinglich.

 

Arbeitswelt: Traditionelle Handweber verloren ihre Existenz, während Fabrikarbeit zunahm.

Urbanisierung: Fabriken entstanden in Städten, was zu Landflucht und raschem Städtewachstum führte.

 

Soziale Spannungen: Widerstand regte sich, u. a. in den sogenannten Maschinenstürmen (Luddismus).

 

Übergang zur modernen Industrie

 

Die Kombination von Mechanik, Energie (Dampf) und automatisierter Steuerung bildete das Fundament der Industriellen Revolution. Sie war die Voraussetzung für weitere Entwicklungen: Eisenbahnen, Stahlproduktion, chemische Industrie und schließlich auch für die Grundlagen moderner Informationstechnologie (Automatisierung, Steuerungslogik, Lochkarten).

 

Die zweite Industrielle Revolution

 

Zeitliche Einordnung und Ursprung

 

Die Zweite Industrielle Revolution setzte etwa ab 1870 ein, zuerst in den USA und in Deutschland, später auch in anderen europäischen Ländern. Anders als die erste Phase, die durch Dampf und Textilindustrie geprägt war, standen nun Elektrizität, Chemie und Stahl im Vordergrund.

 

Zentrale Energieträger

 

Die größte Umwälzung war die Elektrizität. Sie ermöglichte nicht nur neue Maschinenantriebe, sondern auch Kommunikation und Beleuchtung. Parallel wurde Erdöl zu einem wichtigen Energieträger, besonders durch die Entwicklung des Verbrennungsmotors.

 

Technische Entwicklungen

 

Stahlproduktion: Durch das Bessemer- und Siemens-Martin-Verfahren wurde Stahl massenhaft und günstig verfügbar. Stahl ersetzte Eisen in Bauwesen, Maschinenbau und Verkehr.

 

Elektrotechnik: Erfindungen wie der Dynamo, die Glühbirne (Edison, 1879) und das Telefon (Bell, 1876) veränderten Arbeit und Alltag grundlegend.

 

Chemische Industrie: Deutschland wurde weltweit führend in der Produktion von Farbstoffen, Düngemitteln, Arzneimitteln und Sprengstoffen.

 

Verbrennungsmotor und Automobil: Nikolaus Otto entwickelte den Viertaktmotor (1876), später folgten Daimler und Benz mit den ersten Automobilen.

 

Fließbandproduktion: Henry Ford perfektionierte ab 1913 das Fließband in der Automobilproduktion – ein Meilenstein der industriellen Massenfertigung.

Informationstechnologien

 

Die zweite Phase brachte erstmals eine direkte Vernetzung von Menschen durch Technik:

 

Telegrafie (bereits Mitte des 19. Jh., nun weltweit verbreitet durch Unterseekabel).

 

Telefon – direkte Sprachübertragung über große Distanzen.

 

Elektrische Schreib- und Rechenmaschinen – die ersten Schritte in Richtung moderner Büroinformationstechnik.

 

Damit beginnt eine Linie, die später zur Computertechnik und Informationstechnologie führen sollte.

 

Gesellschaftliche Folgen

 

Massenproduktion und Konsumgesellschaft: Standardisierte Produkte (z. B. Automobile, Glühbirnen) wurden für breite Bevölkerungsschichten verfügbar.

 

Wirtschaftliche Machtverschiebungen: Deutschland und die USA überholten England als führende Industrienationen.

Urbanisierung und soziale Fragen: Städte wuchsen explosionsartig, Arbeiterbewegungen und Gewerkschaften formierten sich stärker.

 

Globalisierungsschub: Durch Eisenbahn, Dampfschiff und Telegraf wurde die Welt enger miteinander verbunden.

 

Bedeutung für die Informationstechnologie

 

Die zweite industrielle Revolution legte die direkten technischen Grundlagen für die moderne IT:

 

Elektrische Energie als Voraussetzung für Computer und Netzwerke.

 

Kommunikationssysteme wie Telegraf und Telefon als Vorläufer des Internets.

 

Standardisierte Massenfertigung als Prinzip, das später auch in der Herstellung von Computern und Chips fortlebt.

 

Die dritte Industrielle Revolution

 

Zeitliche Einordnung und Ursprung

 

Die Dritte Industrielle Revolution setzte ab den 1970er-Jahren ein. Sie war gekennzeichnet durch den Übergang von der klassischen Industriegesellschaft zur Informationsgesellschaft. Triebkräfte waren die Mikroelektronik, Computertechnologie und digitale Kommunikation.

 

Zentrale Energieträger und Technologien

 

Im Gegensatz zu den ersten beiden Revolutionen stand nicht mehr ein neuer Energieträger im Mittelpunkt, sondern die Informationsverarbeitung:

 

Halbleitertechnik: Der Transistor (ab 1947 entwickelt) und die späteren integrierten Schaltkreise machten Computer klein, schnell und erschwinglich.

 

Computer: Vom Großrechner der 1950er hin zum Personal Computer (IBM-PC 1981, Apple Macintosh 1984) für Privathaushalte und Büros.

 

Automatisierung: Roboter und computergesteuerte Maschinen revolutionierten die Fertigung.

 

Telekommunikation: Satelliten, Glasfaserkabel und Mobilfunk erweiterten die globale Vernetzung.

 

Technische Entwicklungen im Detail

 

Mikroprozessor (1971, Intel 4004) – Herzstück moderner Computer, Smartphones und eingebetteter Systeme.

 

Digitale Netze: Entstehung des Internets aus ARPANET (späte 1960er, ab den 1990ern massentauglich).

 

Softwareentwicklung: Betriebssysteme (Windows, UNIX, Linux) und Anwendungsprogramme ermöglichten breite Nutzung.

 

Mobilkommunikation: Vom ersten Handy (Motorola 1983) bis zu den GSM-Netzen ab den 1990ern.

 

Gesellschaftliche Folgen

 

Globalisierung 2.0: Märkte, Handel und Finanzströme konnten in Echtzeit verknüpft werden.

 

Arbeitswelt: Klassische Industriearbeit nahm ab, wissens- und dienstleistungsorientierte Berufe nahmen stark zu.

Bildung & Alltag: Computer, später das Internet, veränderten Lernen, Kommunikation und Konsumgewohnheiten.

 

Informationsflut: Datenverfügbarkeit wuchs exponentiell, was neue Chancen, aber auch Probleme (z. B. Datenschutz) brachte.

 

Informationstechnologie

 

Die Dritte Industrielle Revolution war der eigentliche Startpunkt der modernen IT:

 

Computer und Netzwerke wurden zu allgegenwärtigen Werkzeugen.

 

Datenverarbeitung, Speicherung und Übertragung in Echtzeit sind seitdem selbstverständlich.

 

Sie bereitete den Weg für die Vierte Industrielle Revolution („Industrie 4.0“), die von Künstlicher Intelligenz, Big Data, Cloud und Internet of Things geprägt ist.

 


 

 

Die vierte Industrielle Revolution

 

Zeitliche Einordnung und Ursprung

 

Die Vierte Industrielle Revolution begann ab den 2010er-Jahren und ist bis heute in vollem Gange. Der Begriff „Industrie 4.0“ wurde 2011 auf der Hannover Messe in Deutschland geprägt. Kernidee ist die Verschmelzung von digitaler, physischer und biologischer Welt.

 

Zentrale Technologien

 

Künstliche Intelligenz (KI): Selbstlernende Systeme, die Muster in Daten erkennen und Entscheidungen unterstützen oder sogar automatisieren.

 

Internet of Things (IoT): Milliarden vernetzter Geräte, die Daten sammeln und austauschen.

 

Big Data & Cloud Computing: Speicherung und Auswertung riesiger Datenmengen in Echtzeit.

Robotik & Automatisierung: Autonome Systeme in Produktion, Logistik, aber auch im Alltag (z. B. Service-Roboter).

 

3D-Druck (Additive Fertigung): Produktion von Bauteilen direkt aus digitalen Modellen, ohne klassische Fertigungsschritte.

 

Biotechnologie & Schnittstellen: Entwicklungen wie personalisierte Medizin oder Brain-Computer-Interfaces.

 

Funktionsweise im Kern

 

Das Besondere ist die Vernetzung: Maschinen, Produkte, Lieferketten und Menschen sind in Echtzeit verbunden. Systeme reagieren selbstständig auf Veränderungen, optimieren Abläufe und kommunizieren miteinander. Beispiel: Eine Fertigungsanlage bestellt automatisch Ersatzteile, bevor sie ausfallen.

 

 

Gesellschaftliche Folgen

 

Arbeitswelt: Neue Berufsfelder entstehen (Datenwissenschaft, KI-Entwicklung), während Routineaufgaben zunehmend automatisiert werden.

 

Produktion: Mass Customization – Produkte können individuell und dennoch kostengünstig hergestellt werden.

 

Wirtschaft & Wettbewerb: Plattform-Ökonomie (z. B. Amazon, Alibaba) verändert Märkte.

 

Alltag: Smart Homes, digitale Assistenten und vernetzte Mobilität prägen das tägliche Leben.

 

Risiken: Datenschutz, Cyber-Sicherheit, Arbeitsplatzverlagerung und ethische Fragen rund um KI und Automatisierung.

 

Bedeutung für die Informationstechnologie

 

Industrie 4.0 ist im Kern IT-getrieben. Ohne Künstliche Intelligenz, Cloud und Datenanalyse gäbe es keine Vierte Industrielle Revolution.

IT ist nicht mehr nur Werkzeug, sondern Grundlage der gesamten industriellen Wertschöpfung.

Sie verbindet die mechanische Logik der 1. Revolution, die Energie der 2., und die Digitaltechnik der 3. zu einem integrierten, lernenden System.

 

Auswirkungen

 

Informationstechnologie ist heute Technik, die der Information dient, also der Information von Personen zu Personen, von Sachen zu Sachen und von Personen zu Sachen und Sachen zu Personen.

Informationstechnik bezieht ein Hard-, Firm- und Software und unterscheidet Nutzen- und Schadentechnik. 

 

In der Nutzentechnik erscheint Hardware in Industrieanlagen, Embed- ded-Systemen, Computern und Kommunikationssystemen. Hierzu zählen Gehäuse und Leiterplatten.

Die Hardware-Schadentechnik wird bestimmt durch Verunreinigte Leiterplatten, zu enge Leiterbahnabstände und falsch ausgelesene Rattennester.

 

Software ist gegenständlicher, aber nicht sachlicher Teil eines Computers, der die Hardwarekomponenten auf Basis der Gerätekonfi- guration miteinander verbindet. 

Software ist gesteuerter hardware-immanenter Stromfluss. 

 

Die Nutzentechnik der Software bietet Betriebssysteme wie  Windows,Linux oder macOS.

Die Schadentechnik der Software in produktionsnahen und dienstleis- tungsorientierten Betrieben zeigt sich in Programmierfehlern und Inkompatibilitäten.

 

Die Haftung des Betriebes wird mitbestimmt durch rechtliche Sonderregelungen für Digitale SachInhalte, digitale Dienstleis- tungen oder Sachen mit digitalen Elementen.

 

Die Haftpflichtversicherung für IT-Schäden sieht vor eine Deckung für IT-Dienstleister und eine weitere Deckung für IT-Anwender.

Versichert ist die gesetzliche Haftpflicht des Versicherungsnehmers als IT-Dienstleister für Personen- und Sachschäden sowie daraus folgende weitere Schäden und Vermögensschäden, soweit sie mit den versicherten Tätigkeiten zusammenhängen. 

 

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